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Gestrandet

GESTRANDET

 

Welche Sims es hier hin verschlagen wird, ist noch ungewiss. Wer weiß, welchen neuen Bewohner das Meer hier an Land spülen wird.....

Ich habe damals Sims 2 Gestrandet/Castaway geliebt und werde nun versuchen, dieses Szenario in Sims 4 nach zu spielen. Natürlich kann ich nicht alles eins zu eins übernehmen, da die beiden Spiele ganz anders programmiert sind. Aber es wird sich sicherlich eine spannende Story daraus machen lassen und ich lade euch ein, meiner Schiffbrüchigen auf ihrem Weg zu folgen.

Sims 4: Der Anfang, das Grundstück, meine Sim

Das ist das Lot, was ich für diese Challenge als Start gebaut habe. Nicht gerade viel Luxus, aber so soll es ja auch sein. Als Wohnort habe ich Granite Falls gewählt. Nun werdet ihr sicherlich denken, Granite Falls ist eine Urlaubswelt und dazu noch kein Strand sondern Waldgebiet. Richtig, aber ich habe folgende drei Modifikationen (Mods) gewählt, um genau das abzuändern bzw. dem Spiel einen weiteren wichtigen Aspekt hinzu zu fügen. 

 

1) Die erste Modifikation ist die von "Nando" Tropical Getaway

 

https://www.patreon.com/posts/public-release-4-21538276

 

Diese ist mittlerweile gratis für jeden erhältlich und verwandelt Granite Falls in eine traumhafte tropische Strandwelt. 

 

2) Die zweite Modifikation ist die von "Zerbu"  World Type changes

 

https://zerbu.tumblr.com/post/173398784785/the-sims-4-mods-world-type-changes-destination

 

Auch diese Mod ist gratis für jeden erhältlich und verwandelt Granite Falls in eine Wohnwelt.

 

3) Die dritte Modifikation ist die von "Flerb" Automatic Sunburns

 

http://modthesims.info/d/607604/automatic-sunburns-get-famous-v9-34-hotfix.html

 

ALLE  Modifikationen haben bei mir keine Fehler erzeugt. Allerdings weise ich immer wieder darauf hin, dass ich keine Gewähr gebe und die Nutzung von Mods immer auf eigene Gefahr erfolgt!

 

Das von mir gebaute Lot wurde mit Custom Content (CC) gebaut, weil es anders nicht geht. Die im Spiel befindlichen Inhalte reichen, meiner Meinung nach, nicht aus, um solch ein Lot zu bauen. Alles, was ich an CC dafür verwendet habe, findet ihr wie immer auf meinem Tumblr Blog. 

 

Meine Sim, Kim Schiffer, wurde von mir liebevoll ebenfalls mit viel CC erstellt. Auch diesen findet ihr auf meinem Tumblr Blog. 

 

Ich danke allen Erstellern von Mods / CC, die ich hier leider nicht im einzelnen erwähnen kann. 

 

Ein ganz besonderes Danke ergeht allerdings an EA, ohne deren fantastische Arbeit dieses Sims 4 Gameplay nie zustande gekommen wäre. 

 

Meinen herzlichen Dank an dieser Stelle auch an die o.g. Mod Ersteller sowie an Blackys Sims Zoo für den genialen Custom Content an Möbeln, Deko u.v.m.

 

http://simszoo.de/include.php?path=contentarchive&type=7&letter=&entries=0&searchtext=&order=

 

 

So und nun wünsche ich viel Spass - es geht los! (Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)


Tag 1

 

Inmitten der dunklen Nacht unter dem Sternenzelt irgendwo am Strand...

 

Eine Frau scheint bewegungslos am Strand zu liegen. Was ist hier passiert? Wer legt sich denn um diese Zeit an den Strand. In den Tropen kann es nachts ganz schön kalt werden, wer würde sich freiwillig und dazu noch in Unterwäsche dort hinlegen?!

Einige Zeit später

 

Kim erwacht und rappelt sich auf. Voller Schrecken stellt sie fest, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Dann fühlt sie brennende Schmerzen sowie Kälte, sieht sich verwirrt um...an sich herab und oh Gott...sie ist am ganzen Körper rot wie ein gekochter Krebs. Die Haut fühlt sich an, als hätte sie sich den stärksten Sonnenbrand ihres Lebens eingefangen. Aber, das kann nicht sein, es ist doch mitten in der Nacht. Und, so überlegt sie, wo ist sie hier überhaupt. Was ist passiert? Wo ist das Schiff, auf dem sie eine sieben tägige Urlaubsfahrt gebucht hatte?

Voller Entsetzen merkt sie erst jetzt, dass sie nur in Unterwäsche ist und sucht hastig nach ihrer Kleidung. Sie findet ihren klitschnassen Mantel am Ufer und in ihrer Not zieht sie diesen sogleich über. ABER jetzt zittert sie noch mehr. Die Kälte, die aus ihrer empfindlichen Haut eh schon einen wandernden gekochten Krebs gemacht hat, nun auch noch die kalte, nasse Kleidung am Leib. Wenn das mal gut geht und ihr nicht eine saftige Erkältung oder gar schlimmeres einhandelt. Bibbernd steht sie also immer noch am Strand und versucht sich zu erinnern, was passiert ist. Wo ist sie, warum ist sie hier, das..das kann doch alles nur ein böser Traum sein, oder?

 

 

Irgend etwas läuft hier völlig schief...völlig aus dem Ruder. Da hilft wohl nur noch beten, dass man aus diesem Alptraum aufwacht. Aber so viel Kim auch fleht, es bleibt wie es ist. Völlig ermattet wendet sie sich zum gehen und hofft inständig, dass sie jemanden findet, der ihr helfen kann. Irgendwo hier muss es doch ein Dorf mit Hotels, Geschäften, Restaurants und mehr geben. Zivilisation wie gewohnt. Doch das dem nicht so ist, weiß Kim noch nicht und das nichts mehr so ist, wie es einmal war, schon gar nicht. 

Ungefähr eine Stunde ist sie nun durch den Dschungel geirrt, hat nicht mal eine Ahnung, ob sie nun im Kreis gerannt ist oder auf neuen Wegen ist.

 

Da erblickt sie plötzlich eine Feuerstelle vor sich und ihr Herz macht einen kleinen Freudensprung. Feuerstelle heißt gleich Bevölkerung hier. Also ist es doch so, das nächste Dorf mit einem wunderschönen Hotel ist nicht mehr weit.

 

Aber, so schießt es ihr durch den Kopf: Hotel heißt zahlen. Ja, Geld..wo ist bloß ihre Brieftasche? Hastig kramt sie in ihren Taschen und...und...außer einem Feuerzeug nichts...gar nichts! Keine Papiere, kein Geld. Alles weg! Das darf doch alles nicht wahr sein, denkt sich Kim und starrt das erloschene Lagerfeuer an. 

Nach bitteren Tränen, der so schmerzenden Haut und der bleiernen Müdigkeit, macht sie sich weiter auf den Weg. Was nützt das Lagerfeuer, wenn das Feuerzeug nass ist und abgesehen davon, was sollte sie grillen? Sie hat nichts, gar nichts. 

Sie stößt einen Freudenschrei aus, als sie beim Weitergehen plötzlich einen Strauch mit roten Früchten entdeckt. "Bitte, bitte, lass das essbar sein!", fleht sie und erntet die Beeren ab. Vorsichtig sieht sie sich die Früchte an und stößt erneut einen Freudenschrei aus: Es sind Erdbeeren! Noch nie im Leben hat sie sich so über etwas gefreut, wie über Erdbeeren in diesem Moment.

Nach diesem, für sie fantastischem Schmaus, zieht sie weiter...sie hat jede Orientierung verloren und ist immer noch nicht an einem Dorf vorbei gekommen. Kein Mensch hat bislang ihren Weg gekreuzt. Das einzige, was sie gerade sieht, sind wunderschöne, kleine, bunte Lichter in der Dunkelheit. Sie stürmt darauf los, sie muss wissen, was das ist. Und kann es nicht fassen: Es sind Insekten, die im Mondlicht herum schwirren. Glühwürmchen! Allerdings in Farben, die sie so noch nie gesehen hat. Aber es sind Lebewesen und Kim fängt mit ihnen an zu spielen. Noch sie war sie so froh, etwas lebendiges um sich herum zu haben. Für einen kurzen Moment ist der Hunger und der schmerzende Körper Nebensache.

 

So schön dieser Anblick auch war, so sehr sie diesen Augenblick auch genossen hatte, es muss weiter gehen. Also macht sie sich weiter auf den Weg aber die Kraft ist am Ende. Völlig ermattet fällt sie auf einem Baumstumpf und schläft sofort ein. Hoffentlich lassen die Bewohner des Dschungels ihr wenigstens einen ruhigen Schlaf, denn im Hintergrund hört man eindeutig diverse Geräusche. Aber davon bekommt Kim nichts mehr mit und entschwebt in ihren Träumen wahrscheinlich nach Hause. In ihr warmes, weiches Bett....ihr gemütliches Zuhause...zu ihren Freunden...zu dem Leben, das sie bis gestern noch hatte.


Tag 2

 

Von der aufsteigenden Hitze geweckt, erwacht sie völlig kaputt aus ihren Träumen und glaubt ihren Augen nicht zu trauen. Es war kein Alptraum...es ist...es ist Realität. Sie schaut sich um, schaut an sich herab. Die Kleidung ist trocken, sie auch - aber die Haut! Die starke Hautreizung ist nach wie vor da. Sie ist und bleibt ein gekochter Krebs. Kim hätte nie geglaubt, dass Wasser und Kälte so etwas anrichten können. Aber was ist schon normal? Was ist überhaupt noch normal? DAS hier sicherlich nicht! Was jetzt, was nun...und wieder kreisen die Fragen in ihrem Kopf und ...und...und sie hat entsetzlich HUNGER

 

 

Also weiter ziehen und ...oh jaaa, wieder ein Strauch. Sie rennt los, wieder in der Hoffnung, dass die Beeren essbar sind und hat Glück. Es sind wieder reife Erdbeeren. Na wenigstens das ist hier im Dschungel wohl gut. Die Früchte sind reif und nicht wie bei ihr zuhause im Winterhalbjahr nicht zu finden. Schnell wird alles abgepflückt, wobei die Hälfte der Beute gleich im Mund landet. Die anderen Beeren verstaut sie vorsichtig in ihren Taschen und behandelt diese wie die teuersten Perlen, die es zu beschützen gilt.

 

 

 

Dann aber kann sie ihren Frust sowie ihre Emotion nicht weiter kontrollieren und schreit ihren Unmut in die Tiefen des Dschungels raus. "Warum nur...warum nur...warum ich..warum ich! Was soll das?? Was habe ich getan, dass mir so etwas passiert!!!!", hallt es durch die immer heißer werdende Luft.

 

 

Dann bricht sie innerlich fast zusammen und schaut hoffnungslos und völlig demotiviert auf die Palmen...die Farne...ihre Umgebung. All das, was viele Menschen für teures Geld im Urlaub bezahlen, was sie lieben, was sie fotografieren als Erinnerung, ist für Kim momentan einfach nur bedeutungslos...hoffnungslos...deprimierend..

 

 

 

Kopfschüttelnd, die Schultern zuckend, hängen lassend, macht sie sich weiter auf den Weg. Wenigstens sieht sie jetzt bei Tageslicht mehr als in der Nacht. Unter normalen Umständen hätte sie ja den Sternenhimmel am Meer genossen, aber all das ist jetzt nur noch Nebensache. "Ein Dorf..bitte ein Dorf...Menschen müssen her!", flüstert sie leise bei jedem ihrer Schritte vor sich her. 

 

Einige Zeit später, die letzten Erdbeeren sind verschlungen, die Manteltaschen leer, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen. Mitten vor ihr steht eine Palme. Na ja, eine Palme an sich ist im Dschungel ja nichts besonderes. ABER an dieser Palme ist eine Schaukel befestigt. Kim kann ihr Glück gar nicht fassen, Kindheitserinnerungen werden wach. Auch wenn sie immer noch todmüde ist, aber es gibt nichts schöneres, als jetzt zu schaukeln...das Gefühl zu haben, man hebt von der Erde ab....dem Himmel immer weiter entgegen.

 

 

 

 

 

Und dann ist Kim mittendrin im Kinder Traum...sie schaukelt und schaukelt...immer höher, immer schneller...als würde sie den bösen Traum damit überwinden. 

 

Nach diesem kurzen, aber so wunderbarem, Glücksgefühl heißt es aber - wieder weiter ziehen. Nachdem sie den dichtesten Teil des Dschungels hinter sich gelassen hat, erblickt sie die schönste Natur, die sie je gesehen hat. Und...so wie es aussieht...nähert sie sich dem Meer, wo sie sich gestern mitten in der Nacht wieder gefunden hat. "Ob...oh, ob da wohl doch noch das Schiff wieder kommt?", flüstert sie leise zu sich. Die Schritte werden schneller, Hoffnung keimt in ihr auf. Schnell nachsehen, ob sie recht hat. Schnell, ganz schnell...

 

Auf dem Weg zum Wasser erblickt sie einen kleinen Wasserfall mit angrenzendem Teich. Das Wasser sieht verlockend aus und müsste auch warm sein, so ihre Gedanken. Und nicht nur das, es ist wie ein Lotterie Gewinn. Mitten vor ihr steht ein Bananen Baum voller reifer Früchte. 

 

Schnell wird alles eingesammelt und sie überlegt, ob sie ganz kurz ihren muffigen Geruch im Teich oder unter dem Wasserfall los werden soll. Nein, das muss warten. Denn das Schiff...ja genau, das ist viel wichtiger. Also nichts wie weiter zum Strand...

 

 

Tag 3

 

Rückblick

 

Kims Hoffnung, dass Schiff wieder zu finden, wurde endgültig zerstört. Sie wartete einen ganzen Tag und eine ganze Nacht am Strand aber nichts. Darauf hin machte sie sich zurück auf den Weg in den Dschungel, die Enttäuschung und die Hoffnungslosigkeit kann man sich vorstellen.

 

So irrte sie wieder einmal mehr ratlos durch den Dschungel, als sie plötzlich eine Höhle entdeckte. Vorsichtig begann sie, diesen Platz zu erkunden und irgendwie, irgendwann und von irgend jemandem musste dieser Platz schon einmal genutzt worden sein. Nicht nur, dass Obst- und Gemüse Bäume dort standen, nein, in der Höhle selbst hatte irgend jemand ein Lagerfeuer gebaut, eine alte Truhe stand dort rum sowie geflochtene Behälter UND ...zwei Werkbänke! Stirn runzelnd betrachtete Kim all das, vor allem die Werkbänke und konnte sich keinen Reim darauf machen. Was konnte man damit wohl anfangen? Was hatte der oder die hier hergestellt? Und...woraus? Holz? Rattan? Schilf? Fell?

 

Aber so sehr sie auch nach dachte, eine Antwort würde sie eh derzeit nicht erhalten. Sie war in den Tagen noch niemandem begegnet. Kein Mensch hatte ihren Weg gekreuzt...allein, ganz alleine schien sie hier zu sein. Sie musste also selbst darauf kommen, wie man was herstellen könnte. Denn eines war sicher: Sie musste es lernen. Denn ohne neue Kleidung, eine Art Kühltruhe für Fisch, Fleisch, Obst - und Gemüse ging das Leben so sicher nicht lange weiter. Und auf Dauer auf einem Baumstamm schlafen? Nein, sicher nicht. Ihre Knochen taten ihr schon genug weh und sie sehnte sich so sehr nach einem Bett. Oder zumindest etwas, was an ein Bett erinnerte. Nur, woher nehmen?

 

Die Höhle würde sie wenigstens vor Regen, Kälte und Hitze ein wenig schützen, die einigen Obst- und Gemüse Pflanzen ihr helfen, Vorräte zu horten. Tiere jagen um Fleisch und Fell zu erhalten? Oh mein Gott, nein! Sie würde kein Tier töten können. Es reichte ihr schon, Fische zu erlegen. Aber überleben hieß: Kämpfen! Kämpfen mit sich, kämpfen mit den eigenen Moral Vorstellungen, kämpfen mit dem inneren Schweinehund! Kämpfen - nicht zu verzweifeln, kämpfen - sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren! Sie würde, sie musste es schaffen! "Der Mensch kann alles, wenn er muss...der Mensch hat Millionen von Jahren überlebt!", murmelte Kim immer wieder vor sich hin. "Ich werde es auch schaffen, ich werde überleben!"

 

 

Hier und jetzt

 

Als sie wieder einmal gedankenverloren zu ihrem gewohnten Schlafplatz in der Höhle wandert, an dem sie nun schon einen kleinen Vorrat an Beeren hortet, die Äste eines kleinen Baums als Wäscheleine nutzt und das Lagerfeuer wieder funktionstüchtig errichtet hat, hört sie hinter sich ein leises Fiepsen. Kurz darauf springt ein Streifenhörnchen aus dem Gebüsch und mustert Kim aus seinen großen Augen. Kim bleibt zu erst wie erstarrt stehen, dann aber lächelt sie: "Na, wen haben wir denn da? Was für ein putziges Tierchen bist du denn? Du siehst wie ein Streifenhörnchen aus , aber nein, du bist viel größer, oder?" murmelt sie vor sich hin. Leicht zuckt sie die Schultern und sagt zu sich selbst: "Egal, Streifenhörnchen oder nicht, groß oder klein, Tier ist Tier und im Dschungel ist eben vieles oft ganz anders...viel größer als bei mir daheim!" Ganz vorsichtig versucht sie sich dem Kleinen zu nähern. Endlich das erste Lebewesen außer Insekten und Fischen! Kim jubelt innerlich, als sie merkt, das das Kleine wohl eher zutraulich als gefährlich ist. "Hast du vielleicht Hunger, kleines Wesen?" flüstert sie dem Kleinen leise zu und schaut sich kurz in der Gegend nach Nahrung um. Aber finden tut sie im Moment nichts. Da kommt ihr eine Idee.

 

Sie hat doch noch ein paar Beeren in ihrer Badehose...leider leicht zerquetscht, aber besser als gar nichts. Kurz überlegt sie, was solche Tiere wohl fressen, aber egal, sie wird es schon heraus finden. Ganz vorsichtig nähert sie sich dem Streifenhörnchen mit der Beere in der Hand und bietet dem Kleinen das Futter an: "Hier, komm...nimm...!", sagt sie mit ruhiger Stimme. Und siehe da, das Tierchen nimmt tatsächlich das angebotene Futter an und weicht nicht mehr von Kims Seite. 

 

Nun wird Kim noch mutiger und versucht das Streifenhörnchen vorsichtig zu streicheln. Erfolg! Es läuft weder weg, noch versucht es, Kim zu beißen. Ganz vorsichtig beginnen die beiden miteinander zu spielen und Kim wird richtig warm ums Herz.

 

Einige Minuten später jagt es ihr plötzlich ein Kälteschauer nach dem anderen über den Körper und sie bemerkt, dass sie ja immer noch nur ihren Badeanzug trägt. Leise vor sich hin seufzend, zuckt sie mit den Schultern und flüstert ihrem kleinen Begleiter zu: "Bitte, nicht weg laufen. Ich komme gleich wieder!" Mit diesen Worten rennt sie kurz zu ihrem nahe gelegenen Schlafplatz und zieht sich hastig den Mantel über. Hoffentlich ist das Streifenhörnchen nicht weg, wenn sie wieder zurück kommt. Aber bevor sie sich erkältet, muss sie eben vernünftig genug sein. "Bitte, bitte, lass es nicht weg sein", murmelt sie vor sich hin und saust zurück an die Stelle, wo sie das Tierchen gefunden hat.

 

Und jaaaa, es ist noch da! Voller Freude und ohne groß nachzudenken, schnappt sich Kim das niedliche Tier und nimmt es auf den Arm. "Du bist so süß", murmelt sie dem Kleinen zu und ist überglücklich, das das Tier ihre Zärtlichkeit erwidert. Kim schließt glücklich die Augen und genießt den wunderbaren Moment. Sie hält ein warmes, knuffiges Wesen in ihren Armen und kann ihr Glück gar nicht fassen. 

 

Denn in diesem Moment ist eines klar: Kim hat einen haarigen Freund gefunden, den sie nie wieder hergeben wird!

Mit dem Tier auf dem Arm geht sie langsam zu ihrer Höhle zurück und setzt den Kleinen am Lagerfeuer ab. 

 

"Na, was meinst du? Das ist mein Zuhause, ist das ab heute auch dein Heim?", spricht sie mit leiser Stimme und hofft, dass das Streifenhörnchen nicht gleich die Flucht ergreift. "Warte", spricht Kim leise weiter, "ich mach uns erst einmal Feuer. Das wärmt schön und ich kann uns beiden ein paar Käfer grillen. Vielleicht frisst du so etwas ja auch?", fährt Kim fort. Gesagt, getan...das Feuer brennt und die Käfer landen am Spieß aus Holz. Während Kim sie über das offene Feuer hält, scheint das Streifenhörnchen überhaupt keine Angst zu haben. Im Gegenteil: Mit neugierigen Blicken scheint es Kim zu verfolgen, was sie da so macht. Während Kim auf das Essen wartet, überlegt sie  und flüstert dem Tier leise zu: "Hm, solltest du bleiben und wir ab jetzt gemeinsam hier leben...hm, dann brauchst du doch einen Namen. Aber wie nenne ich dich nur? Und, hm, würdest du überhaupt auf einen Namen hören?" 

 

So rätselt Kim einige Zeit und als die gerösteten Käfer fertig sind, hat sie den Namen für das niedliche Tier gefunden. "Ich werde dich 

 

Swiper

 

nennen!", sagt sie zu dem Kleinen und wirft ihm einen gerösteten Käfer auf den Boden. "Hier, nimm wenn du magst, Swiper. Ich habe nicht viel, aber das was ich habe, teilen wir ab heute, ja?" 

 

Swiper riecht kurz an dem Käfer und scheint die Schnute zu verziehen. Na ja, Kim ist nicht besser, denn wer mag schon geröstete Käfer? ABER der Hunger treibt es rein, denn Fisch ist heute nicht auf dem Speiseplan. Darum muss Kim sich morgen kümmern...aber heute geht nichts mehr...sie ist nur noch hundemüde aber glücklich mit ihrem neuen Freund.

 

 

Und so ziehen sich beide in die Höhle zurück und als bald fällt Kim in einen tiefen Schlaf. 

 

Swiper hingegen scheint noch gar nicht schläfrig zu sein und findet das Lagerfeuer viel zu interessant. 

 

Weg laufen scheint für das Tierchen wohl kein Thema zu sein...vielleicht sucht es genauso wie Kim nach einer Familie..nach Freunden...nach Liebe.

Tag 4

 

Am nächsten Morgen erwacht Kim und stellt zu ihrer großen Freude fest, dass Swiper immer noch an ihrer Seite ist. Gleich nimmt sie ihn auf den Arm und die beiden kuscheln, was das Zeug hält. Auf dem Arm nimmt sie Swiper dann mit raus an die frische Morgenluft und setzt ihn beim fast erloschenen Lagerfeuer ab. 

 

"So, und was unternehmen wir beide heute?", fragt sie ihren tierischen Begleiter voller Vorfreude. "Was hältst du davon, wenn wir nach Strandgut Ausschau halten? Vielleicht finden wir ja etwas, was wir gebrauchen können?!"

Ein paar Stunden später sind beide wieder zurück und Kim hat am Strand tatsächlich eine recht gute Ausbeute gemacht. Nicht nur dass sie einige Stricke, eine weg geworfene Angelrute, einige Fell und Stoff Fetzen gefunden hat, nein, sie hat sogar ein abgetragenes Kleid sowie ein paar Schuhe gefunden. Na ja, Schuhe kann man das kaum nennen, eher zusammen gebundene Lianen mit einem Lederstück als Sohle, aber es sind Schuhe. Irgendwie eben. 

 

Das Kleid hat sie gleich zum Trocknen aufgehängt und dann angezogen. Es passt nicht so ganz, aber egal. Jetzt wird erst einmal neu angepflanzt, Kim will so viel Obst und Gemüse, wie es nur geht. Denn, sie hat heraus gefunden, dass Swiper auf frisches Obst steht. Und da sie nun für zwei sorgen muss, gibt es kein "zu viel" an Obst und Gemüse. Das Wetter hier im Dschungel ist eigentlich perfekt für den Anbau und der Teich gleich hinter der Höhle, hat genug Wasser zum Bewässern. 

 

Während Kim so buddelt, hat Swiper nichts besseres zu tun, als die Gegend unsicher zu machen. Im Stillen hofft Kim, dass er wieder kommt. Denn seit gestern ist ihr Leben um einiges schöner geworden. Swiper hat ihr neuen Lebensmut gemacht und sie hofft, dass sie dem kleinen Kerl etwas von dem zurück geben kann, was er ihr gibt.  

 

Der Mittag nähert sich, Essenszeit! Und nein, heute keine gerösteten Käfer und keine Beeren. Ein Fisch muss her! Und die gefundene Angelrute wird doch sicher halten, oder? 

 

Kim und angeln - zwei Welten treffen aufeinander. Aber, wie sagt sie immer so schön? Der Mensch kann alles lernen, wenn er muss! Na dann...zeig mal Kim, was du so kannst.

 

ABER oh wehhhhh, was ist das? Plötzlich taucht aus dem Tümpel ein Krokodil auf...oh, Kim...pass auf.

 

Kim scheint das aber nicht zu interessieren, wie ist zu sehr auf den Fang konzentriert. Als sie das Krokodil sieht, zuckt sie nur leicht mit den Schultern und murmelt vor sich hin: "Mist, muss das jetzt sein? Noch ein Bewohner? Nur tut mir leid, wir werden sicher keine Freunde! Und...lass mir Swiper in Ruhe...sonst....!"

 

Einige Zeit später...es ist doch schon fast Nachmittag, hat Kim wirklich einen dicken Fisch gefangen. Unfassbar!

 

Nur...das ..ja was für ein Fisch ist das überhaupt? Ist der genießbar? Oder gar giftig? So ganz ist Kim sich nicht sicher, irgendwie sieht der Fisch so gar nicht nach essbar aus. "Nee, der geht zurück in den Tümpel", sagt sie mit entschlossener Stimme und schmeißt ihn zurück ins Wasser. 

 

Der Magen knurrt und auch Swiper wird Hunger haben. Tja, nichts Fisch dann also wie immer...Käfer und Obst. 

 

Am Abend...Beide sind mehr oder weniger satt geworden und haben eine lange Kuschelstunde eingelegt. Kim bringt Swiper vor dem Schlafen gehen noch einmal raus in die Natur und streichelt den Kleinen, was das Zeug hält. 

 

Swiper genießt die Nähe und Zärtlichkeit ohne Ende und weicht kaum von Kims Seite. Und just in dem Moment, wo beide fast unter dem Sternenhimmel stehen, ein Blick von Swiper mit seinen sooo großen Augen und Kim fühlt genau, was er damit sagen möchte:

 

 

 

"Ich habe dich lieb, Kim"...würde er sagen. Kim seufzt wohlig auf und bringt ihren Freund mit den Worten: "Ich dich auch, Swiper...ich dich auch!" in die wunderschöne Nacht hinaus.

Wochen später

 

Sehr viele heiße Tage und kalte Nächte sind bereits vergangen und Kim hat keine Menschenseele getroffen. Aber sie und ihr kleiner Freund Swiper sind am Leben und jeden Tag lernt Kim mehr, wie man in der Wildnis überlebt. 

 

Sie hat es geschafft, Samen zu sähen und diese sind bereits zu ertragreichen Bäumen heran gewachsen. Auch mit dem Angeln klappt es nun so gut, dass Fisch jeden Tag auf dem Speiseplan steht. Alles in allem geht es Swiper und Kim gut, wäre da nicht die Einsamkeit. 

 

Heute heißt es mal Abwechslung auf dem Speiseplan. Kim hat soviel abgenommen und kann Fisch irgendwie schon nicht mehr sehen. Daher gibt es heute geröstete Käfer mit Salat. Als Nachtisch dann wie immer Früchte. Schon irgendwie trostlos, findet ihr? 

 

Nein, Kim findet das gar nicht. Denn sie lebt und hat in den vielen Wochen unendlich viel gelernt. Über die Natur, über die Lebewesen, über ihren treuen Freund Swiper und über sich selbst. Sie ist mit sich und der Welt zufrieden. Das Einzige, was ihr wirklich fehlt, ist der Kontakt zu Menschen. 

 

 

Am frühen Abend traut sie ihren Augen nicht....wer, was...da ist jemand! Laut schreit sie "Halt" und eilt zu der Frau, die plötzlich wie aus dem Nichts vor aufgetaucht ist. 

 

Kim wundert sich zwar über die Kleidung der Dame aber nur kurz. Denn jetzt zählt nur: Hin und reden, kennen lernen und hoffen, dass diese Fremde ihr nicht böse gesinnt ist. 

 

Kim kann es gar nicht fassen, als die Fremde sie mit offenen Armen empfängt. DAS hat Kim in ihrem Leben so noch nie erlebt. Aus den Augenwinkeln heraus mustert Kim sie und staunt nicht schlecht. Irgendwie hat die Fremde merkwürdige Ohren...ja, sie sieht aus....wie ... wie eine Elfe. 

 

Aber Elfen kannte Kim bislang nur aus Filmen made in Hollywood. Aber egal! Jetzt zählte nur eines: Ein menschliches Wesen stand vor ihr und bot ihr eine Umarmung an!

 

 

 

 

Ohne weiteren Worte...Was Kim in dem Moment fühlt, kann glaube ich jeder selbst nachvollziehen!

 

Dann erzählt Kim alles, was sie erlebt hat. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Sie hat mittlerweile heraus gefunden, dass die fremde Frau "Zoe" heißt und tatsächlich elfischer Abstammung ist. Und nein, das ist kein Witz, sondern absoluter Ernst. Vor vielen vielen Jahrhunderten ließ sich ein Elben-Stamm hier nieder und seit dem wurde das Gen Generation für Generation weiter vererbt. Zoe ist also eine Ur-Einwohnerin dieses Dschungels und es gibt nichts, was sie nicht kennt. Doch, eines kennt sie nicht - So ein Schicksal wie das von Kim und das Entsetzen ist ihr ins Gesicht geschrieben, als sie Kims Geschichte lauscht!

 

 

 

 

 

Zoe zieht Kim erneut in ihre Arme und Kim rollen Tränen über das Gesicht. Zoe hingegen lächelt nur sanft und flüstert Kim leise ins Ohr: "Alles ist gut, alles wird gut. Vertrau mir! Du hast überlebt und etwas geschafft, was nicht viele geschafft  hätten. Du bist stark, du bist taff, du kannst so stolz auf dich sein."

 

"Hör mal Kim, ich denke ich habe da eine Idee!", sagt Zoe dann mit einem Lächeln auf den Lippen. Kim lauscht ihren Worten mit leicht ungläubigem Blick. 

 

"Ich weiß von einem verlassenen Unterschlupf gleich hier in der Nähe!", fährt Zoe fort. "Es ist kein Haus, aber der ehemalige Bewohner hat sich in der kleinen Höhle etwas wunderbares geschaffen. Du wirst schon sehen, es wird dir gefallen. Du hast Schutz vor Kälte und Hitze, ein kleines Farmland sowie einen wunderbaren kleinen Teich dort. Außerdem hat der Vorbesitzer dort schon einige Möbel hergestellt und einige Vorräte sollten auch noch da sein."

 

Kim strahlt und kann ihr Glück gar nicht fassen. 

 

"Du meinst", flüstert sie Zoe zu, "ich kann dort hin ziehen? Einfach so? Ein festes Dach über dem Kopf...ein Bett...ein Stuhl...ein Badeteich...ein....?" Mehr bringt Kim nicht mehr heraus, sie ist einfach zu aufgeregt. 

 

"Aber...", stottert sie weiter, "bevor wir gehen, lass mich dir bitte etwas zu essen machen, ja?" 

 

Mit diesen Worten zieht sie Zoe mit sich ...zu ihrem Lager.

 

Und so lädt Kim ihre neue Freundin auf einen gebratenen Fisch am Lagerfeuer ein und bietet als Nachtisch einen frischen Obstsalat an. 

Die beiden sitzen noch stundenlang am offenen Feuer, wärmen sich und erzählen sich endlose Geschichten. Swiper hat es vorgezogen, wieder einmal mehr auf Jagd zu gehen. Nur leider bringt er nie das nach Hause, was auch auf dem Speiseplan von Kim stehen könnte. Aber egal, er kommt ja immer wieder und Zoe wird dann auch Kims kleinen Freund kennen lernen. Kurz vor Anbruch der Nacht, verabschiedet sich Zoe und wird am nächsten Tag wiederkommen, um Kim in ihr neues Heim zu führen.

 

Am nächsten Morgen regnet es Hunde und Katzen. Aber das macht weder Kim noch Swiper etwas aus. Sanft schließt Kim ihren Süßen in die Arme und flüstert ihm zu: "Swiper, ab heute beginnt für uns ein neues Leben. Du ahnst ja gar nicht, was gestern passiert ist. Wir haben ab heute ein richtiges Zuhause. So mit Bett und Stühlen ...so mit Teich und kleinem Garten...so mit....!" Kim schließt für einen Moment die Augen und fühlt ihren kleinen Freund ganz intensiv. "Oh ja, ich weiß, was noch fehlen wird", flüstert sie Swiper ins Ohr. "Ein richtiges Bettchen auch für dich. Weißt du, ich werde dir einen richtig schönen Schlafplatz neben mir bauen!" Mit diesen Worten bricht Kim ab, denn Zoe kommt. 

 

Es geht los...der Umzug geht los. Kim packt in Windeseile ihr Hab und Gut zusammen, pflückt nochmals ganz schnell alle Früchte von den Bäumen, um nach alldem einen leckeren Obstsalat herstellen zu können. Denn Geld kann sie Zoe nicht für ihre Mühen geben. Aber Geld scheint hier im Dschungel auch eh kein Thema zu sein. In all den Wochen, in denen Kim umher zog, war sie nie an irgendeinem Dorf oder nur etwas ähnlichem vorbei gekommen. Hier im Dschungel hieß es: Lebe von der Hand in den Mund...ernte das, was Mutter Natur dir zur Verfügung stellt...sähe und pflanze das, was du geerntet hast, um Mutter Natur das wieder zu geben, was du ihr genommen hast. 

 

So und nicht anders würde Kim weiter machen, das war für sie klar. Die Natur hatte ihr erlaubt zu überleben und sie würde der Natur helfen ebenfalls zu überleben!

 

Das neue Heim...

 

Kim war sprachlos als Zoe sie zu ihrem neuen Heim führte. Es sah so aus, als hätte jemand noch vor kurzer Zeit gelebt und könnte jeden Augenblick wieder kommen. Alleine der Anblick vom kleinen Teich, in dem munter die Fische umher schwammen, entlockte Kim einen kleinen Freudenschrei. 

 

Zoe hatte wirklich nicht zuviel versprochen. Obst- und Gemüse Pflanzen standen in voller Pracht und die Höhle selbst erst Das erste Mal seit Wochen würde Kim ein Bett zum schlafen haben, Stühle zum sitzen und eine richtige Feuerstelle zum Kochen. In einem ausgehöhlten Baumstamm hatte der Vorbesitzer seine Vorräte gelagert, den konnte Kim jetzt ebenfalls gut gebrauchen. Von diesen Dingen hatte sie bis heute nur träumen können, alles hier war beinahe perfekt. 

 

Beim weiteren Rundgang entdeckte Kim nicht nur die Werkbänke, sondern auch einen bewohnten Bienenstock. Meine Güte, das hieß: Es würde Honig geben. Unfassbar! Draußen vor der Höhle hatte der Vorbesitzer sein Lagerfeuer errichtet und in der Höhle selbst dann noch eine kleine Feuerstelle aufgebaut. Kim würde in Zukunft wirklich vor Regen, Kälte und Hitze gut geschützt sein. Unfassbar...unglaublich...aber wahr!

 

Gegen frühen Abend war der Umzug ins neue Heim vollbracht und Kim machte es sich mit Zoe erst einmal am Lagerfeuer bequem. 

 

Dabei plauderten die beiden wieder über dies und das, als Zoe plötzlich mit etwas heraus platzte, was Kim den Atem verschlug und sie sich um ein Haar am Feuer verbrannt hätte. 

 

 

Zoe erzählt Kim, dass der Vorbesitzer dieses Unterschlupfes gestorben wäre. Keiner hatte ihn zwar so richtig gekannt, weil er wie ein Einsiedler gelebt hätte, aber die Nachricht von seinem Tod war dann doch durch den Dschungel geeilt.

 

Kim fällt bei diesen Worten fast vom Hocker...sie weiß jetzt so gar nicht, was sie davon halten soll. 

 

"Meinst du nicht, Zoe, das das ein schlechtes Omen für mich ist?", fragt Kim ihre Freundin mit besorgtem Blick und leicht belegter Stimme. Zoe winkt ab. "Ach was! Nun stell dich mal nicht so an. Wenn du hier nicht eingezogen wärst, dann hätte es wohl jemand anders getan. Du bist jetzt hier und genieße alles. Du hast es dir verdient. Und...wenn ich das nächste Mal wieder komme, dann bringe ich dir noch etwas ganz schönes mit!"

 

Ein wenig beruhigter lächelt Kim Zoe an und die beiden lassen den ereignisreichen Tag noch in Ruhe ausklingen. 

 

Spät in der Nacht findet Kim immer noch keinen Schlaf. Die Nachricht vom Tod des unbekannten Einsiedlers hier in der Höhle lässt ihr keine Ruhe. 

 

Auch Swiper kommt nicht zum Schlafen...dabei hat Kim ihm doch einen so schönen Schlafplatz aus Stroh gebastelt. Swiper strunzt in der Gegend herum und Kim sitzt mit nachdenklicher Mine am Tisch und schreibt ihre ganze Geschichte in das Tagebuch, welches Zoe ihr Geschenk für den Einzug überreicht hat. 

 

Wer war dieser Einsiedler? Wo kam er her? Wie lange lebte er hier? Warum ist er gestorben bzw. woran? Diese und viele weitere Gedanken wirren in Kims Kopf hin und her. Ob sie Antwort auf ihre Fragen erhalten wird, bleibt allerdings ungewiss.

 

Der Morgen darauf..

 

Kim ist unausgeschlafen, denn zur Ruhe kam sie in der ganzen Nacht nicht. Also was tun? Nun ja, reden ist bekanntlicher Weise in solchen Momenten das Beste. Und da Zoe nicht da ist, redet Kim eben mit ihrem haarigen Freund.

 

Dieser scheint einmal mehr irgendwie zu verstehen und schaut Kim aus seinen treuen Augen an. Allerdings macht er dann seine menschliche Freundin mit fiepsenden Geräuschen darauf aufmerksam, dass etwas fehlt - Futter!

 

 

Kim weiß Swipers Töne mittlerweile perfekt zu deuten und fühlt langsam selbst, wie ihr Magen knurrt. Also nichts wie ab zum ausgehöhlten Baum und nachsehen, ob dort vielleicht noch etwas leckeres drin ist. Und ja, es ist noch so einiges drin: Geräucherter Fisch und etwas Fleisch, ein trockenes Brot und einiges an Obst. Daraus zaubert Kim in Windeseile ein leckeres Menü und auch Swiper bekommt heute etwas ganz besonderes zu fressen. 

 

Das ist das ERSTE Mal, wo beide gemeinsam schlemmen!

 

 

Danach geht es erstmal in den kleinen Obst- und Gemüsegarten. Kim ist erstaunt, wie viele schöne Pflanzen dort stehen und vor allem, wie ertragreich sie sind. In Zukunft wird es nie mehr Hunger und Durst geben, denn aus diesen vielen Früchten kann Kim nicht nur Essen sondern auch Säfte herstellen. Wie wunderbar!

 

Das ist das ERSTE MAL, dass Kim IHREN Garten hegt und pflegt!

Danach geht es ab in die Kühle des Teichs. Kim hat sich natürlich erst einmal vergewissert, dass dort keine bösen Überraschungen wie zum Beispiel Krokodile auf sie warten. Dann ist sie überhitzt von der Gartenarbeit in das wunderbar erfrischende Nass gesprungen und konnte sich irgendwie gar nicht mehr so schnell davon trennen. 

Was hatte sie das vermisst. Süßwasser! All die Wochen hatte sie sich im Meer gewaschen, war dort baden gegangen. So schön das auch manchmal sein mag, aber in Süßwasser zu baden ist um Längen schöner!

 

Das ERSTE Mal richtig baden!

 

So wie hier habt ihr Kim noch nie gesehen. Völlig entspannt sitzt sie nach dem erfrischendem Bad am Ufer, ihre Kleidung hat sie dort auch gleich waschen können und kein Salz klebt mehr auf ihrer Haut noch an ihrem Gewand. 

 

So sitzt sie und genießt die Atmosphäre des Dschungels, lauscht den vielfältigen Geräuschen und ist einfach nur unsagbar glücklich.

 

Das ERSTE Mal so richtig relaxen!

Die nächsten Tage verbringt Kim unter anderem damit, sich mit den Werkbänken anzufreunden. Noch nie im Leben hat sie etwas so richtig aus Holz oder gar aus Wachs her gestellt. Das wird sich nun ändern, denn wenn schon alles vom Vorbesitzer vorhanden ist, dann nichts wie ran an die Arbeit. 

Nun gut, einiges ist dabei dann völlig missglückt aber wen stört das schon. Wichtig ist nur das Endergebnis und Kim weiß jetzt sogar, wie man selbst Kerzen herstellen kann. Bravo Kim!

 

Das ERSTE Mal selbst Kerzen herstellen!

 

Und wo bekommt man Wachs her? Na sicher doch: aus dem Bienenkasten! 

 

Und nicht nur das, sondern wenn man geschickt ist, erhält man sogar den Honig. Und Kim hüpfte und tanzte vor Freude, als sie den Honig wirklich absammeln konnte. Denn Honig hieß: Nach Wochen der Fastenzeit endlich etwas Süßes! Erst jetzt wurde Kim klar, wie sehr sie auch das vermisst hatte.

 

Das ERSTE Mal Honig sammeln!

 

Tja, und wieder ein paar Tage bzw. Nächte später, kam dann Besuch der ganz anderen Art: Ratten! 

 

Aber Kim kann nichts mehr so schnell erschüttern und anstatt die Ratten zu verjagen, stellte sie kurzer Hand Futter Reste für die armen Tiere hin. Tja, und siehe da: Kim hat neue Freunde gefunden. 

 

Das ERSTE Mal Ratten!

 

In dieser Nacht kommt Kim allerdings wieder der Gedanke an den Vorbesitzer des Unterschlupfes und so macht sie sich bei Mondenschein sowie bewaffnet mit einer Laterne auf den Weg zu dem Grabstein. Als sie dort jedoch ankommt, fährt ihr der Schock durch die Glieder. Aus dem Boden krabbeln Nebelschwaden hoch. Das ist doch jetzt nicht wahr, oder? Kim reibt sich mit der freien Hand die Augen und grummelt vor sich hin: "Das ist doch ein Scherz oder? Das war bestimmt Zoe, die hier irgendwie ihr Unwesen treibt. Ja, so muss es sein...so....!"

 

Weiter kommt sie nicht, denn es verschlägt ihr den Atem. Und um auf andere Gedanken zu kommen, überlegt sie nicht lange und widmet sich dem Garten. Schon am Tag hatte sie gesehen, dass einige Pflanzen von Schädlingen befallen waren und hatte sich diese Arbeit eigentlich für den darauf folgenden Tag vorgenommen. Aber an Schlaf war jetzt eh nicht zu denken, also dann: Nichts wie ran und den Schädlingen den Garaus machen!

 

Der nächste Tag war arbeitsreich und als sich Kim am frühen Abend zur Ruhe setzen wollte, passierte etwas, womit sie ebenfalls nie im Leben gerechnet hätte.

 

Zoe kam leichten Fusses angehüpft und im Schlepptau zog sie ein Lama hinter sich her. Das Tier war dermaßen putzig und blickte Kim aus großen Augen an.

 

"Ja, sage mal Zoe, was für ein niedliches Tier hast du denn mit? Ich wusste gar nicht, dass du auch Haustiere hast?", fragte Kim bei ihrer Freundin nach. Diese winkte ab:" Ich? Haustiere? Oh ja, ich habe schon eines...aber das hier...", erwiderte Zoe mit breitem Grinsen und deutete auf das Lama, welches eine Art Rucksack um den Rücken geschnallt trug, "das hier ist mein Geschenk an dich, Kim!"

 

Fassungslos blickte Kim zwischen dem Lama und ihrer Freundin hin und her. "Das...das ..das ist für mich?", stotterte sie unbeholfen vor sich hin. Zoe nickte und strahlte Kim an:" Ja, genau! DAS hier bzw. besser gesagt "SIE" hier ist für dich! Ich dachte, du könntest sicher noch einen zweiten dauerhaften haarigen Freund gebrauchen und glaube mir, dieses putzige Tier ist nicht nur ein Kuscheltier. Ich habe extra für SIE ein Geschirr gefertigt, damit SIE auch etwas tragen kann. Schau, der Vorteil ist doch ganz klar: Du schleppst jeden Tag soviel Zeug herum...von Ästen über Blätter...von Früchten über Nüsse....und was weiß ich noch alles. Ab jetzt hast du jemanden an deiner Seite, der die diese Last abnimmt!" 

 

"Ja aber....", wollte Kim Zoe ins Wort fallen aber Zoe winkte energisch ab. "Nichts aber..und nichts...ja aber....SIE gehört ab heute zu dir. Ende aus! Nur einen Namen solltest du IHR geben....oder willst du SIE sie nennen?", fuhr Zoe mit lachender Stimme fort.

 

Daraufhin mussten beide herzlich lachen und Kim stürzte sich auf ihren neuen Begleiter und umarmte ihn ganz fest.

 

 

 

Selbstverständlich tischte Kim dann das Beste auf, was sie noch im Vorratsschrank hatte. Eigentlich hatte Zoe soooo viel mehr verdient, aber Kim konnte sich nur mit dem revanchieren, was ihr möglich war. Im Hinterkopf aber hatte sie schon eine Idee, was sie für Zoe tun könnte. Aber davon später mehr!

 

 

Ein paar Tage später hatte Kim den passenden Namen für ihr neues Kuscheltier gefunden. Sie würde es LUNA nennen. Luna, weiß wie der Mond!

 

Aber am heutigen Tag war Luna nicht mehr weiß sondern stank vor Dreck. Das geht ja gar nicht und was tut man mit einem schmutzigen Lama? Na klar, man wäscht es! 

 

Warum lacht ihr jetzt? Wascht ihr nicht ab und zu euer Lama? ;)

 

 

Am Abend darauf zog es Kim erneut zum Grabstein...und wieder einmal mehr zogen leichte Nebelschwaden auf. Und wieder einmal mehr war es mit dem Schlaf vorbei für Kim. 

 

Wieder einmal mehr schüttelte sie ungläubig den Kopf und wieder einmal mehr zog sie die Gartenarbeit der schlaflosen Grübelei vor.

 

 

 

 

 

Und dann passierte es! Swiper sah "ES" als erster. 

 

 

Hinter Kim erschien ein kleines Mädchen als Geist! Swiper stellte Ohren und Schwanz als Drohung auf aber das kleine Geistwesen schien davon völlig unberührt. 

 

Kim hingegen bekam zu dem Zeitpunkt nichts, aber auch gar nicht davon mit. Zu sehr war sie in Gedanken immer noch beim Grabstein, dem Nebel und den hässlichen Insekten, die ihre liebevoll gehegten und gepflegten Obstbäume immer mehr als ihr Zuhause ansahen. 

 

 

Swiper verzog sich so schnell es ging, das war ihm doch anscheinend viel zu ungeheuerlich. Denn als das kleine grüne Geistwesen dann auch noch damit begann, den Boden mit irgendwelchen farbigen Klecksen zu versehen, war es ihm endgültig zu viel.

 

Zumal seine allerliebste Kim davon anscheinend immer noch nichts mit bekam. 

 

Kim sah Swiper nur aus den Augenwinkeln heraus an sich vorbei flitzen und fragte sich, was er denn nun wieder erblickt hätte. Nachdenklich schaute sie ihrem haarigen Freund hinterher, als sie plötzlich ein leises Kichern vernahm.

 

Langsam blickte sie sich um und bekam weiche Knie: Vor ihr stand ein Wesen, das niemals hätte vor ihr stehen dürfen. Fassungslos starrte sie die Kleine an....brachte kaum noch ein Wort heraus: "Ähm...öhm...ähm...kaaan...kannst du mir sagen, wer...ich meine...wer du bist? Und..wo..ich meine...wie kommst du hier her?", stammelte Kim. 

 

Tja, und so kam es, dass Kim mit dem kleinen Mädchen ins Gespräch kam. 

 

Die Kleine erzählte Kim ihre ganze Geschichte:

 

Ihr Vater war ein angesehener Archäologe und hatte hier im Dschungel ein Camp errichten wollen. Ihm war zu Ohren gekommen, dass hier in der Gegend wertvolle Schätze irgendwo zu finden sein sollten. Diese Chance wollte er sich nicht entgehen lassen. Er wollte hier Freizeit mit Arbeit verbinden und nahm seine Frau Meriane als auch seine Tochter Mila mit in den Dschungel. Milas Mutter hatte an einem besonders heißen Tag die Idee, mit einem alten Ruderboot aufs Meer raus zu fahren und dort einen schönen Tag zu verbringen. Angeln wollten Mutter und Tochter....schwimmen gehen....einfach den Tag genießen. Am Abend dann wollten sich alle zum Abendessen im Camp wieder treffen.

 

ABER es sollte anders kommen. Ein tropischer Sturm zog in Sekunden schnelle auf und das Boot kenterte ....weit vom lebensrettenden Strand entfernt. Mila als auch ihre Mutter verloren dabei ihr Leben. 

 

 

 

Zu diesem Zeitpunkt weint Mila bereits und ihre grüne Erscheinung ändert sich in einen violetten Ton. Kim zieht die Kleine zärtlich in ihre Arme und drückt sie ganz fest. Wobei sie erst jetzt spürt, dass sie die Kleine gar nicht wirklich körperlich spüren kann. Aber das ist jetzt ganz egal, denn Kim fühlt die Arme des kleinen Mädchens, wie sie sich um ihren Hals schlingen. 

 

"Ganz ruhig, sei ganz ruhig. Ich bin bei dir!", flüstert Kim der Kleinen ins Ohr. "Hast du Hunger?", fragt Kim leise und ist sich in dem Moment erst bewusst, dass sie mit einem Geist redet. Doch erstaunlicherweise nickt Mila stumm....unfassbar alles!

 

Fortsetzung folgt...!

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